Starten Sie Ihre Traumkarriere

Die meisten Menschen träumen von einer Traumkarriere. In der Praxis gibt es jedoch unzählige Mitarbeiter in  vielen Firmen, die täglich einer Arbeit nachgehen, die ihnen keinen Spaß macht. Sie alle haben ihren Traum von der Karriere längst aufgegeben. Stattdessen arbeiten sie, um Geld zu verdienen und sind jeden Abend froh, dem ungeliebten Job den Rücken kehren zu können. Wenigstens bis zum nächsten Morgen. Am liebsten würden sie den Job ganz an den Nagel hängen. Doch das wagen die wenigsten. Denn es gibt Verpflichtungen. Das Haus muss abbezahlt werden. Die Kinder haben sich an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt, der beibehalten werden soll. Außerdem freut man sich auf die Urlaube, die regelmäßig unternommen werden. Deshalb ist es ein großes Risiko, den Job einfach zu kündigen. Also wird weitergemacht. Alles bleibt wie es ist.

Frühmorgens aufstehen und im selben Trott jeden Tag denselben Job verrichten, der nur noch notwendiges Übel ist. Mittel zum Zweck, damit am Monatsanfang genug Geld da ist, um allen Verpflichtungen gerecht zu werden.

Doch eigentlich tut man sich damit keinen Gefallen, sich selbst nicht und dem Arbeitgeber auch nicht. Arbeitnehmer, die innerlich gekündigt haben, sind in der Regel wenig produktiv. Sie haben keine neuen Ideen, setzen keine neuen Impulse und sind nur noch imstande, Dienst nach Vorschrift zu leisten. Solche Arbeitnehmer sind für die Firma keine Bereicherung.

Und doch hat jeder Arbeitnehmer, jeder Mensch Talente und Fähigkeiten, die ihn ganz persönlich auszeichnen. Darum nehmen Sie sich Zeit. Zeit dafür, ihre eigenen Talente zu finden. Menschen, die sich die Zeit nehmen, diese Talente zu entdecken und zu entfalten, bekommen dadurch auch ein Gefühl dafür, welcher Job der Richtige für sie ist.

Zunächst geht es um die Entdeckung der eigenen Fähigkeiten. Diese eigenen Fähigkeiten modern in der Regel seit langer Zeit unter einer dicken Schicht Langeweile und Frustration vor sich hin. Deshalb ist es unter Umständen sehr schwierig, diese Fähigkeiten überhaupt zu entdecken.

Jan ist sich sicher, dass er keine besonderen Fähigkeiten hat. Seit zehn Jahren hat er seinen Job als Controller. Sein Chef lobt ihn schon lange nicht mehr. Anerkennung bekommt er weder von seinem Vorgesetzten, noch von den anderen Mitarbeitern. Deshalb ist Jan davon überzeugt, dass er seinen Job schlecht macht und auch für jeden anderen Job völlig ungeeignet wäre. Da seine Frau Mareike seine Unzufriedenheit spürt und er andererseits über seine Probleme nicht redet, ist auch seine Frau unzufrieden und mäkelt an ihm herum. Sie kritisiert ständig, entweder das was er sagt, oder auch das, was er nicht sagt, wenn er eine Besorgung vergessen hat, oder wenn er die Kinder zu streng, oder zu nachgiebig behandelt.

Jan merkt, dass es so nicht weitergehen kann. In der Firma nicht und zu Hause auch nicht. Zum Glück hat er einen guten Freund, mit dem er eines Abends ein Bierchen trinken geht. Wolfgang spricht ihn auf seine sauertöpfische Miene an: „Welche Laus ist denn dir über den Weg gelaufen?“ Nach einigem Herumdrucksen bricht es aus Jan heraus: „Mein Job macht mir schon lange keinen Spaß mehr und zu Hause geht auch alles drunter und drüber.“  Wolfgang seufzt. „Das hört sich gar nicht gut an.“ Wolfgang hat selber erst kürzlich den Job gewechselt. Deshalb weiß er ziemlich genau, wo Jan der Schuh drückt. „ Also ich bin wirklich froh, dass ich jetzt einen neuen Job habe.“, erklärt er. „ Vielleicht bewirbst du dich auch einfach mal woanders?“

„Wenn das so leicht wäre…“, stöhnt Jan. „Aber im Vergleich zu dir bin ich ein glatter Loser“. Er nimmt einen tiefen Zug aus seinem Krug.

„Quatsch!“, widerspricht Wolfgang. „Jeder Mensch hat Talente. Du auch.“

„Ach ja – und welche?“

Wolfgang schaut ihn lange an. Er nimmt seine Brille ab, putzt sie mit einem Tempo und überlegt. Dann meint er: „Du bist zum Beispiel sehr sportlich. Hast du nicht in deiner Jugend Fußball gespielt?“

Jan lacht freudlos auf. „Das ist doch schon ewig her!“

„Na ja, ich mein ja nur. Aber du hast bestimmt noch einige Talente.“ Wolfgang setzt die Brille wieder auf.

„Mir fällt noch was ein“, meint er dann. „Du bist musikalisch“.

„Super“, kommentiert Jan sarkastisch und stellt seinen Bierkrug unsanft auf den Tisch. „Musikalität kann ich als Controller sehr gut gebrauchen.“

Doch Wolfgang lässt sich nicht beirren. „Außerdem bist du geduldig, sehr zäh, ausdauernd und kannst wirklich gut erklären.“

„Lauter Eigenschaften, die auf fast jeden zutreffen.“, wehrt Jan ab.

„Das stimmt gar nicht“, widerspricht Wolfgang. Er leert seinen Bierkrug und winkt dem Wirt zu: „Noch zwei Halbe“.

Wolfgang will gerade das Gespräch wieder aufnehmen, als der Wirt schon zwei frische Krüge vor die beiden Freunde hinstellt.

„Davon abgesehen, bist du auch wirklich gut darin zu vermitteln, wenn sich mehrere Leute in den Haaren liegen. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, wie du die Carolin und den Sven dazu gebracht hast, sich die Hand zu geben und wieder effektiv miteinander zu arbeiten. Das kann nicht jeder.“

„Ach diese alten Kamellen.“, wehrt Jan ab.

„Doch, doch, das sind keine „alten Kamellen“, vielmehr ist Konfliktlösung eine Fähigkeit, die wirklich nicht jeder mitbringt.“

„Toll – und was soll ich damit anfangen?“

Wolfgang nimmt einen tiefen Schluck Bier und wischt sich den Schaum vom Mund. „Darum geht es erstmal gar nicht. Wir müssen erst herausfinden, welche Fähigkeiten du so hast. Erst im zweiten Schritt kannst du dir überlegen, wofür du diese Talente gebrauchen kannst.“

„Warum macht dir deinen Job eigentlich keinen Spaß mehr?“, will Wolfgang wissen.

„Der Chef macht einen auf Oberboss und behandelt die gesamte Abteilung wie lauter kleine Würstchen. Und mich ganz besonders. Egal um was es geht. Er gibt mir immer das Gefühl, ein absoluter Versager zu sein.“

Wolfgang wirft seinem Freund über den Brillenrand hinweg einen langen Blick zu. „Das ist bitter. Aber du bist kein Versager. Ganz im Gegenteil. Dir liegt doch der Umgang mit Zahlen.“

„Habe ich früher auch mal gedacht. Aber jetzt macht alles keinen Spaß mehr, “ erwidert Jan.

„Gibt es eigentlich irgendetwas, das dir außerhalb der Firma richtig gut gefällt?“

„Ja, mit dir hier sitzen und Bier trinken!“, flachst Jan.

Wolfgang lacht. „Na dann prost“. Sie stoßen miteinander an und leeren ihre Krüge.

An diesem Abend kommen die beiden Freunde zu keinem Ergebnis mehr. Aber das Gespräch hat Jan sensibilisiert. Er beobachtet sich selber und versucht herauszubekommen, ob es doch irgendetwas gibt, das ihm gefällt und wozu er Talent hat.

In den nächsten Wochen merkt er, dass es ihm Spaß macht, seiner Tochter Nachhilfe in Buchführung zu geben.

Für ihn kristallisiert sich heraus, dass er durchaus Qualitäten als Lehrer hat. Irgendwann fasst er sich ein Herz und er bewirbt sich als Quereinsteiger als Lehrer an einer Berufsschule für wirtschaftliche Fächer.

Die erste Bewerbung ist ein Flop. Doch Jan weiß inzwischen, wo seine Fähigkeiten liegen und er sucht weiter nach Stellen, die genau richtig für ihn sind. Er gibt nicht auf. Seine Ausdauer wird tatsächlich belohnt. Er bekommt eine Stelle als Lehrer an einer Berufsschule.

In die neue Stelle kann er seine Leidenschaft voll und ganz einbringen. Er genießt es, dass er seinen Faible für Zahlen mit seiner Fähigkeit zu lehren verbinden kann. Jetzt ist er an der exakt richtigen Stelle. Diese Zufriedenheit strahlt auch auf seine Ehe aus. Seine Frau freut sich mit ihm und genießt es, dass alles wieder im Gleichgewicht ist.

Jan ist ein Beispiel für viele. So wie ihm geht es unzähligen Menschen. Sie alle sind gefangen in einem Beruf, der zum Broterwerb geworden ist und keinerlei Erfüllung schenkt.

Der Ausweg aus einem ungeliebten Beruf

Aus einem ungeliebten Beruf zu entkommen, ist ziemlich schwierig. Denn die meisten Menschen üben diesen Beruf schon eine Weile aus. Sie haben ein Alter, in dem man nicht mehr von vorne anfangen will. Wer will schon mit über 30, oder gar mit 45, oder noch mehr Jahren einen völligen Neuanfang wagen? Es ist auch nicht mehr so einfach. Ein Dreißigjähriger kann sich noch leichter um eine Lehrstelle bemühen. Wer älter ist, hat jedoch immer weniger Chancen, eine neue Ausbildung zu absolvieren. Im Jahr 2012 waren es weniger als 1100 Azubis über 40, die einen Lehrvertrag abgeschlossen haben. Die meisten „Lehrherrn“ bevorzugen auch heute noch einen jüngeren Azubi. Gute Möglichkeiten hat man indessen in Pflegeberufen, wo man auch im fortgeschrittenen Alter noch anfangen kann. Auf jeden Fall macht es Sinn, nach neuen Chancen zu suchen, denn nur rund 8,1 Prozent der Deutschen sind mit ihrer Arbeit wirklich zufrieden. Von den geringen Gehältern sollte man sich nicht abschrecken lassen. Wenn nämlich das Azubi-Salär nicht ausreicht, hilft die Arbeitsagentur weiter.

Eine andere sinnvolle Alternative ist ein Quereinstieg. Wenn Sie einen Quereinstieg planen, sollten Sie besonders sorgfältig vorgehen und ganz genau überlegen, welche Ihre Fähigkeiten zum Traumjob passt. Schreiben Sie nicht einfach nur die Eigenschaften aus der Anzeige heraus, sondern überlegen Sie, wo Sie diese Fähigkeiten bereits zum Einsatz gebracht haben. Wenn Sie sich beispielsweise als Lehrer bewerben (Privatschulen, oder Nachhilfeschulen könnten mögliche Arbeitgeber sein), dann überlegen Sie, wo Sie Ihr pädagogisches Geschick schon unter Beweis gestellt haben, etwa als Trainer im Sportverein, etc.

Stärken entdecken

Bevor Sie den Entschluss, Ihren Beruf zu wechseln fassen, sollten Sie sich über Ihre Talente klar werden. Versuchen Sie im Gespräch mit anderen herauszubekommen, was Sie besonders gut können. Oft ist man selbst betriebsblind. Die meisten Menschen sind überzeugt, gar nichts besonders gut zu können. Deshalb stehen sie sich selbst im Wege und sind sich keine Hilfe, wenn es darum geht, herauszufinden, wo die eigenen Talente liegen. Darum scheuen Sie sich nicht, Ihren Partner zu fragen. Sogar Ihre Kinder dürfen Sie fragen. Je nach Alter sind diese Aussagen natürlich unterschiedlich zu bewerten. Trotzdem kann die Meinung Ihres Kindes ein Anhaltspunkt für die eigenen Qualitäten sein. Vielleicht sagt Ihr Kind ganz einfach: „Der Papa kann gut vorlesen.“ Das kann ein Indiz für eine klare Aussprache sein. Wenn Sie darüber nachdenken, fällt Ihnen möglicherweise ein, dass es Ihnen liegt, Präsentationen vorzutragen und dass Sie gerne vor anderen reden. Das ist ein Talent, das nicht jeder hat. Viele Menschen verstecken sich lieber, statt vor anderen zu reden.

Nehmen Sie alle Hilfe, die Sie kriegen können, fragen Sie auch Verwandte, Eltern, Schwiegereltern. Jeder erlebt Sie anders. Doch gerade das, was Sie öfter hören, könnten Ihre besonderen Gaben sein. Vielleicht sind Sie besonders hilfsbereit? Das spiegelt Ihnen dann sicher die gesamte Verwandtschaft wieder. Packen Sie gerne zu? Kümmern Sie sich um das was repariert werden muss? Sind Sie handwerklich begabt? Haben Sie technisches Verständnis? Warten Sie die Autos sämtlicher Familienmitglieder? Grillen Sie gerne? Sind Sie gesellig? Ist Kommunikation Ihr besonderes Talent? Laden Sie dazu die Nachbarschaft ein? Sind Sie sehr kontaktfreudig? Grillen Sie für die anderen, oder mit den anderen? Sind Sie ein Teamplayer? Vielleicht auch im Sport. Treiben Sie Mannschaftssport? Sind Sie ein einsamer Wolf, oder laufen Sie mit der Herde? Können Sie gut mit Kindern? Mögen Sie es, zu erklären? Haben Sie pädagogisches Geschick? Sind Sie konfliktfähig? Haben Sie Geduld? Nerven wie Drahtseil? Sehr viel Fingerspitzengefühl? Eine hohe Empathie?

Im Kontakt mit anderen, in der Familie, im Freundeskreis, im Umgang mit den Verwandten erfahren Sie viel über sich selbst. All das, was man heute mit „soft Skills“ umschreibt, sind Talente, die man zuallererst im engsten familiären Kreis eingeübt und erprobt hat. Deshalb wissen die, die uns am nächsten stehen, auch ganz genau, ob wir solche Eigenschaften besitzen.

Aber auch anderes, beispielsweise ob wir ein Rechengenie sind, ob wir Musik mögen, ob wir beim Singen brummen, ob wir unsportlich sind, oder ob wir besonders gut formulieren können, all das weiß die Verwandtschaft auch.  Meist vor allem, was wir alles nicht sind: „Im Rechnen warst du schon immer schwach“, oder „du hast halt zwei linke Hände“, oder „Was, du willst einen Skiurlaub machen, so unsportlich wie du bist.“ Gerade von der Verwandtschaft bekommen wir andauernd einen Spiegel vorgehalten. Aber Achtung: Falls Ihre Verwandtschaft insbesondere die negativen Eigenschaften aufzählt und die positiven außen vor lässt, so heißt das keinesfalls, dass Sie keine positiven Eigenschaften haben. Es ist leider eine Tatsache, dass viele Menschen dazu neigen, nur das Negative zu sehen.

Wenn niemand etwas Positives sagt, so darf man auch danach fragen. Etwa: „Für wie sportlich schätzt du mich eigentlich ein?“ Oder auch: „Bin ich eigentlich ein kommunikativer Mensch?“ Wenn Sie dann die Antwort bekommen: „Das fragst ausgerechnet du, wo du doch mit dem Reden gar nicht mehr aufhörst.“, dann wissen Sie, dass dies ein „Ja“ war. Stören Sie sich nicht daran, dass manche Menschen ein Problem damit haben, irgendetwas Positives zu sagen.

Sie dürfen sicher sein, dass Sie Talente haben. Viel mehr: Sie haben Talente, die gebraucht werden. Wichtig ist, dass Sie diese Talente entdecken, damit sie eingesetzt werden können. Eine wesentliche Grundlage für ein erfülltes und glückliches Leben ist es, die eigenen Talente zu nutzen und entsprechend einzusetzen.

Wenn Sie Ihre Fähigkeiten herausgefunden haben, können Sie Ihre berufliche Weiterbildung in Angriff nehmen und nötigenfalls die derzeitige berufliche Aufgabe beenden.

Tipps für Ihre Bewerbung erhalten Sie hier: http://www.bewerbung-schreiben-lassen.de/

 

 

 

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