Die Coronakrise – Jetzt psychisch anfälligen Menschen helfen

Die Coronakrise trifft uns alle – irgendwie. Während die meisten von uns noch zu Jahresbeginn davon ausgegangen sind, dass es sich bei Corona um eine Grippeform handelt, die uns ebenso wenig treffen wird, wie die alljährliche Influenza, die alle, die das jetzt lesen, bisher überlebt haben, können wir beim Coronavirus nicht unbedingt davon ausgehen, zumal inzwischen auch schon jüngere Menschen gestorben sind.

Das Wissen darum, dass Corona jeden treffen kann und dass niemand dagegen gefeit ist, im Laufe des kommenden Jahres eines der Intensivbetten tatsächlich zu benötigen, verunsichert uns alle.

Wie geht es in Zeiten von Corona den psychisch labilen Menschen?

Ganz besonders verunsichert es die Menschen, die ohnehin eine psychisch labile Konstitution haben. Sie werden in dieser Krise oft genug vergessen. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen benötigen stabile Rahmenbedingungen, auf die sie sich verlassen können und die ihnen Halt geben. In der jetzigen Situation brechen diese äußeren Bedingungen weg. Eine solche Krise wie wir sie jetzt erleben, kann sehr schnell zu einer psychosozialen Krise führen. Die psychologische Studierendenberatung in Österreich sagt dazu folgendes: Eine Krise im psychosozialen Sinn besteht im Verlust des seelischen Gleichgewichts, wenn ein Mensch mit Ereignissen oder Lebensumständen konfrontiert wird, die er im Augenblick nicht bewältigen kann.

Isolation fördert dunkle Gedanken

Menschen können das Haus nicht verlassen. Die vorher selbstverständliche Einkaufstour wird zum möglichen Selbstmordkommando, da niemand weiß, ob er nicht Infizierten begegnet. Das ist keine Situation, die ohnehin schon instabilen Menschen hilft. Dazu kommt, dass das normale Sozialgefüge wegbricht. Menschen mit seelisch dunkler Grundstimmung finden keinen Ansprechpartner und verfallen erst recht in Depressionen. Ich denke hier noch nicht mal an die wirklich psychisch Kranken, sondern an die vielen Menschen, die im Normalfall ohne therapeutische Hilfe durchs Leben gehen, aber im Fall einer solchen Dauerkrise in ein tiefes, dunkles Loch fallen.

Psychisch anfällige Menschen brauchen unsere Hilfe

Diese Menschen sind von dieser Krise stark betroffen. Wenn sie jetzt keinen Halt finden, werden sie es möglicherweise nach der Krise sehr schwer haben, wieder ins normale Leben zurückzufinden. Deshalb möchte ich Sie dazu aufrufen: Wenn Sie Menschen kennen, die dazu neigen, sich zurückzuziehen, Situationen schwarz zu malen und wenig Optimismus zeigen, – dann rufen Sie diese Menschen an, zeigen Sie, dass Sie für sie da sind. Muntern Sie diese Menschen auf. Dieser Dienst ist ebenso wichtig wie das Einkaufen für ältere Mitbürger.

Meist sind unsere älteren Mitbürger gut vernetzt (zumindest auf dem Land). Sie haben bereits ihre Hilfen. Die psychisch Unstabilen jedoch haben meist keine Hilfe. Viele sind in keiner therapeutischen Behandlung, sondern sitzen jetzt zu Hause und sehen nur noch schwarz.

Öffnen wir unsere Augen und überlegen wir, wer denn unsere (telefonische) Hilfe brauchen könnte. Wer freut sich darüber, wenn Sie sich – vielleicht nach langer Zeit – wieder mal bei ihm melden? Sie glauben vielleicht gar nicht wie sehr sich jemand darüber freut, der normalerweise wenig Kontakte hat. Für Sie ist es ein kleiner Anruf – für den anderen der einzige Kontakt in Wochen.

 

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